Norwegen wir kommen

Endlich, vielleicht, oder doch (nicht)?

Ankomst
Ankomst in Norway

Braucht diese Reise Nerven?! Die Anreise…

…hat bereits geistig im Jahr 2019 begonnen. Zu Beginn des Jahres anno Domini 2020, wurden die Flüge Zürich – Oslo, Oslo – Tromsö und zurück gebucht. Auch der Camper, um uns ans Nordkap und zur Mitternachtssonne zu kutschieren, und das Hotel in Oslo wurden reserviert und berappt. Doch dann kam

Und täglich grüsst das Murmeltier im 2021. Zum Glück konnte ein grosser Teil des Arrangements vom 2020 ins 2022, natürlich mit Zwischenstopp im 2021, geschoben werden. Die finanziellen Verluste hielten sich in Grenzen. Yeah, Abflug und Ankunft am 1. Juli 2022 nach Oslo.

(Klickt die Bildergalerien an, um sie in voller Grösse zu betrachten)

Die verspätete Ankunft war die einzige Überraschung dieses Tages. Ok, Landung 23.40. Viel Zeit blieb ja auch nicht mehr übrig. Ab ins Hotel – nach dem ich schon auf dem Flughafengelände meine statistischen Dosengelüste befriedigt habe – und schlafen. Denkste! Hindernis eins; der Nachtwächter war nicht imstande, die Lift und Zimmerkarten so zu programmieren, dass sie funktioniert hätten. Problem 2: Zimmer nicht gemacht. Bett nicht angezogen, Badetücher am Boden, nicht geputzt, etc. Alle Zimmer belegt. Hotel voll. (Derber-Fluch). Die Nachtschwester wirbelte, die Zeiger der Uhr auch.
Nach der ersten Nacht konnten die Ferien beginnen. Wir eroberten Oslo. Uns gefiel die Stadt. Hotel mitten im Zentrum. Schönes Wetter, abgesehen vom Dayly-Piss a 30-60min zu irgendeiner Tageszeit. Moderne Architektur mit Plätzen zum Verweilen. Sehenswürdigkeiten wie die Hütte vom Staatschef, der Käseblock, die Eisscholle oder die alte Hafenfestung als Kontrast.

Viele Sehenswürdigkeiten wurden besucht. Sei dies die Innenstadt selbst, das Heim des Königs, die Oper aber auch das Munch-Museum. Der Schrei von Edvard Munch kannte Alessia aus einem Schulprojekt, wo sie ein Plagiat zeichnen mussten. Da darf doch das Original, oder besser die vier Varianten davon, auf der Agenda nicht fehlen.

Einen Tag lang zog es uns ins Mekka der nordischen Kombinierer. Auf den Holmenkollen. Ja genau, die grooooooooosse Skisprungschanze, das Mekka der verrückten Skispringer und nordischen Kombinierer. Eindrücklich, um nicht zu sagen birnenweich. Alessia und ich konnten es trotzdem nicht lassen, die Sprungschanze herunterzudüsen. Es war cool!

Alessia’s Geburi sollte ein Freudentag werden. Bekanntlich liebt sie alles, was mir den Magen umdreht und dessen Inhalt an die frische Luft befördert. So besuchten wir zu ihrer Freude den Europapark auf Norwegisch. Kurz TusenFryd. Alessia hat es mega Spass gemacht, ich konnte meine Magennerven im Zaum halten, machte aber auch nicht bei jedem Käse mit. Übel wurde mir aus einem anderen Grund.

Die Flüge von Oslo nach Tromsö für kommenden Tag waren mal bestätigt. Waren. Doch die Piloten der SAS hatten das Bedürfnis, in Streik zu treten. Alle Flüge der SAS wurden ersatzlos gestrichen (Derber-Fluch 2.0). Wie kommen wir nun morgen nach Tromsö? Die Frage des Tages.

Mit anderen Fluggesellschaften? Nö, überbucht. Mit dem Auto? Gefühlt von Gibraltar nach Hamburg. Mit maximaler Geschwindigkeit von 80km/h. Natürlich auch wieder zurück. Alle Flüge wurden ja gestrichen (erneut-derber-Fluch-oder-10-20-mehr). Fährt ein Zug? Ja, via Schweden. Zwei Tage pro Reise. No Go! Wir hatten keine Chance nach Tromsö zu gelangen, wenn uns nicht innert einer Nacht Flügel wachsen. Anmerkung an alle: RedBull hilft hier NICHT. Dafür zitterte ich eine Nacht lang wie Espenlaub.

All flights have been canceled

Fazit: Wir mussten unsere gesamte Reise Ad-Hoc umplanen. Nix Nord Cap, nix Camper.
Unsere Ad-Hoc-Planung sah nun eine verfrühte Rückreise in die Schweiz vor. So die Flugplaner gnädig gestimmt sind. Die Rückreise ist zwar ein Swiss Flug, aber «operated by SAS». Egal. Das ist erst in einer Woche. Geniessen wir die Zeit bis dahin.

Doch was tun? Etwas länger in Oslo bleiben und einen Mietwagen auftreiben. Alle Camper in Südnorwegen waren ausgebucht. Mit dem Mietwagen zog es uns von Oslo quer durchs Land nach Stavanger und untenrum der Küste entlang via Kristiansand zurück nach Oslo. Übernachtungen in Hotels und auf Camping wie die Nomaden.

Stavanger

Unweit dieser Hafenstadt ist wohl eines der spektakulärsten, begehbaren Felsplateaus. Der Preikestolen, oder auf Deutsch, die Kanzel. Unglaubliche 600 und ein paar zerquetschte Meter, direkt über der Wasseroberfläche am Rande des Lysefjords. Nicht gesichert, am Rande des tödlichen Abgrundes wird herumgeturnt, getanzt, Faxen gemacht, runtergeguckt und fotografiert. Faszinierend, beängstigend und beeindruckend zugleich. Bei uns in der Schweiz sähe man vor lauter Zäunen und Warntafeln kaum noch die Schönheit der Natur.

Doch um auf das Felsplateau zu gelangen, muss eine kleine, nette Wanderung – ja, angehend 600 Höhenmeter – unter die Füsse genommen werden (Fliegen geht nicht, Red Bull und so). Ich kann euch, liebe Leser:innen, beruhigen. Das Schuhwerk hier könnte vom Jungfraujoch stammen. Von den Flipflops bis zu Bergschuhen ist auch hier alles zu finden. Dummerweise stiegen wir am Wochenende hoch, wie viel andere auch. Einige schnauften wie alte Dampfrösser, andere joggten als sportliche Ertüchtigung schnell hoch und wieder runter. Gewisse mit Zelt, Grill und allem möglichen Gerümpel, um oben zu übernachten und bei Sonnenaufgang die Ersten zu sein, andere nicht mal mit einer Getränkeflasche beladen.

Untenrum, also ganz tief im Süden (von Norwegen), ist schnell erzählt. Wunderschöne Landschaften. Immer wieder mit kleinen Seen durchsetzt, leicht hügelig, saftig grün, dem Meer entlang natürlich leicht kurvig. Perfekt für eine seeeehr lange, chillige Motorradrundreise. Ich komme bestimmt wieder. Aber nicht nur für eine Woche.

Auch in Südnorwegen gibt es einiges zu entdeckten. Man muss nur offen dafür sein. Kleine Dörfer, schöne Buchten, geschichtsträchtiges, bereits besuchtes und trotzdem mit viel neuem und Alessias Lieblingslokal. Dem Donut-Himmel.

In Stavanger hatten wir sogar ein Déjà-vu, wie der Fotostrecke entnommen werden kann.

Nun hat uns die Hauptstadt wieder. Gehen unsere Ferien wirklich zu Ende? Wer fliegt uns nun zurück in die Schweiz? Swiss-Flug, operated by (nach wie vor) SAS. Kommt das gut? Es kamen noch keine Cancel-SMS. Das lässt schon mal hoffen.

Avgang
„Avgang“, das machen wir jetzt auch, leider…

Die letzten spassigen norwegischen Wortspielereien und ab in den Flieger. Ja, wir sitzen in einem, doch nicht von der SAS. Irgendwie hat die Swiss selbst eine Maschine inkl. Piloten – es sassen zumindest zwei Personen ganz vorne und taten so als… – und Saftschubsen organisiert. Pünktlich wie die SBB ging unser Flug und wir verbrachten die restlichen Ferientage in der immer wieder schönen Heimat. Z.B. bei einem Ausflug auf die Rigi und deren Seilpark. Die ganze Familie hing in den Seilen und kletterte durch die Baumkronen.